Zu gutes Wetter für eine Hochzeit?

Gutes Wetter ist doch der größte Wunsch der meisten Brautpaare – natürlich auch des Fotografen. Doch es gibt Wetter-Location Kombinationen, die es wirklich in sich haben. 3 Wochen vor dem großen Tag haben wir uns zum Locationscouting getroffen. Es war etwas bewölkter, aber man konnte ganz gut den Lichteinfall sehen und kalkulieren. Es sah alles optimal aus und wir haben uns auch für ein wunderschönes altes Tor am Ende einer Brücke entschieden, um dort den first Look aufzunehmen.

Am Hochzeitstag war es dann über 32°C und keine einzige Wolke am Himmel. Es war Mittagszeit und die unzähligen Bäume konnten einfach keine flächigen Schatten bieten. Ich musste meine Ideen  verwerfen, da es mir wichtiger ist, schöne Fotos vom Paar zu haben, als von der Location. Wir mussten recht lange nach Plätze schauen, die etwas Schatten boten.

Was sind denn die Nachteile von Praller Sonne und solch einer Hitze:

-Anspannungen im Gesicht

-unschöne Schatten im Gesicht

-Krasse Lichtdifferenzen im Hintergrund

-unschöne Schweißperlen

-Lockerheit in der Körpersprache ist nicht gegeben

Es klingt jetzt alles so negativ, das war es aber ganz und gar nicht. Ich erzähle das, weil viele einschönes Wetter für ein Ereignis mit einem schönen Wetter für Fotos verwechseln. Wenn ich es mir wünschen würde, hätte ich immer Wolken auf meinen Bildern. Mein Ziel mit diesem Text war zwei Aspekte:

  1. Euch zu zeigen, was in meinem Kopf vor sich ging, wenn das Wetter so sonnig ist
  2. Das ihr Gedanken an solche Sachen verschwenden müsst, da es meine Aufgabe ist, das Beste rauszuholen.

Letztendlich haben wir ein schönes first Look fotografiert, indem ich ein Lied laufen ließ, womit beide eine Erinnerung teilten. Alles weitere im Tag ist einfach großartig gelaufen und ich hatte sehr viel Spaß mit den beiden, den Gästen und beim Fotografieren. Es gab viel zu lachen und auch emotionale Momente. Alles hatte die perfekte Balance.

Viele machen sich so viele Gedanken, um das drumherum bei den Hochzeitsbildern und vergessen immer, dass es nur wenig Sachen braucht, damit es perfekt wird:

-Es geht um euch, eure Art miteinander umzugehen und nicht um die Location, in der ihr fotografiert werdet. Die Location ist natürlich ein Einflussreicher Faktor, wenn sie da ist, aber es wird niemanden fehlen, solange ihr auf den Fotos seid

-Keine Panik! Immer höre ich mir vor dem Shoot an: Mach das Beste draus; wir sind so unfotogen; ich weiß nicht wie ich Posen soll. Ich zeige immer wieder in meinen Fotos, Paare die ein echte Emotionen zeigen. Wer nach “in-die-Ferne-mit-enem-grinsen-gucken-und-dabei-von-hinten-umarmen-Pose” sucht, wird bei mir leider nicht fündig. Wenn solche Bilder dennoch bei mir entstehen sollten, dann nur, weil das ein ehrlicher Moment war, aber nicht weil es gepost wurde. Unfotogen wird man nur dann, wenn man sich verstellt. Ihr redet im Alltag auch mit Menschen, gebt ihnen ein Lächeln, denkt vor ihnen nach, seid für einen Moment für euch. Dabei macht ihr euch auch keine Gedanken, dass ihr beim Lächeln komisch wirkt- ihr tut es trotzdem. Weil es eine echte Emotion ist. Das seid ihr! Genau diese echten Emotionen locke ich während des Shootings aus euch heraus.

Ich wünsche euch viel Spaß mit den Fotos und danke Christine & Andreas für die schöne Zeit gemeinsam. Alles gute euch beiden!